Die letzten Tage vor der Schulschließung wurden an der Kaufmännischen Schule intensiv genutzt, um die Schüler weiterhin digital betreuen zu können. Die Netzbetreuer Klaus Fischer und Marco Bebek haben bereits am Wochenende die Voraussetzungen geschaffen, um Lehrerinnen und Lehrer sowie die gesamten Schüler in das digitale System einpflegen zu können. Nur dank der bisherigen guten technischen Ausstattung konnte dies so schnell umgesetzt werden.

Die 24 Berufsschulklassen werden über geteilte Ordner in Microsoft OneDrive mit Arbeitsmaterial versorgt und betreut. Wohlwissend, dass viele Auszubildenden gerade jetzt in ihren Betrieben dringend benötigt werden, um teils systemrelevante Zweige aufrecht zu erhalten.

Die 16 Vollzeitklassen werden über MicrosoftTeams betreut und haben einen festen digitalen Stundenplan, wo sie Aufgaben bearbeiten, teilen und in Videokonferenzen mit den Lehrkräften den Unterrichtsstoff erarbeiten. Ebenfalls werden Arbeitsaufträge auch eingesammelt und mit Feedback korrigiert ausgetauscht.

Ein weiteres Novum war die erste Online-Lehrerkonferenz, in der sich das gesamte Kollegium in einer großen Videokonferenz zusammengefunden hat, um die weitere Schulentwicklung zu planen. „Es ist unsere Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern bei der Strukturierung der Woche zu helfen und sie am Lernen zu halten. Wir wollen die Schüler nicht verlieren und den Kontakt stetig aufrechterhalten.“, appellierte Thomas Unger, stellvertretender Schulleiter der KSN, an seine Kollegen.

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Die Schülerschaft und die Lehrerschaft zeigen ein hohes Interesse und große Lust am Ausprobieren der neuen digitalen Spielwiese. Beide Seiten sehen in dieser momentanen Situation auch eine Chance, die Digitalisierung im Bildungsbereich konkret umzusetzen sowie Vorteile und Grenzen auszuloten und wertvolle Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln.

Schüler der Eingangsklasse des Wirtschaftsgymnasiums haben in einer anonymen Umfrage ein positives Bild der ersten Woche gezeichnet und haben auch konstruktive Verbesserungsvorschläge eingebracht:

„Ich finde Microsoft Teams eine super App für den Unterricht zu Hause, es ist zudem auch sehr übersichtlich, aber man muss bedenken, dass wir Schüler auf uns alleine gestellt sind und dass es mehr Zeit in Anspruch nimmt. Vielleicht können Lehrer mehr Absprache untereinander haben, um ein gutes Maß zu finden, dass man nicht zu viel Material bekommt.“

Ebenso werden dadurch auch persönliche Kompetenzen gefördert, die die Schüler zu mehr Selbstständigkeit und Verantwortung für den persönlichen Lernerfolg erziehen.

„Es ist eine sehr gute Plattform, mit der wir arbeiten und alles läuft strukturiert und organisiert ab. Zudem lernt man durch die jetzige Lernsituation auch selbstständiger zu werden.“

Sicherlich ist eine baldige Rückkehr zur klassischen Unterrichtsstruktur wünschenswert, aber vielleicht liegt in dieser Krise auch gleichzeitig die Chance, digital gestärkt in die Bildungszukunft am Berufsschulzentrum Nagold zu gehen.

Sebastian Kipke

   
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